Externe Immobilienfotos: Licht, Wetter und der richtige Zeitpunkt für die Aufnahme
· Otto S. von BonjourImmo · 3 Min. Lesezeit
Für hochwertige externe Immobilienfotos sollten Sie bei bedecktem Himmel oder in den goldenen Stunden fotografieren. So vermeiden Sie harte Schatten und erhalten eine gleichmäßige Ausleuchtung des Objekts.

Die Fassade ist oft das erste Bild im Exposé. Sie bestimmt maßgeblich, ob sich ein Interessent weiterklickt oder nicht. Während Innenräume relativ kontrollierbar sind, unterliegen Aufnahmen von außen dem Wetter und dem Sonnenstand. Für selbstständige Makler, die ohne großes Equipment arbeiten, ist es daher essenziell, die natürlichen Bedingungen zu verstehen und gezielt auszunutzen.
Warum direktes Sonnenlicht problematisch ist
Viele Makler fotografieren Objekte spontan, wenn sie gerade vor Ort sind. Oft trifft dies auf einen sonnigen Mittag zu. Das führt zu zwei typischen Problemen: sehr helle, überbelichtete Flächen und tiefe, schwarze Schatten. Der Kontrast wird so stark, dass Details an der Fassade verloren gehen und das Objekt unnatürlich wirkt. Zudem kann die Sonne direkt in die Linse blitzen, was zu Streiflichtern und einem unprofessionellen Gesamteindruck führt.
Das Ziel ist eine weiche, gleichmäßige Ausleuchtung. Diese entsteht am besten dann, wenn die Sonne nicht direkt auf die Hauptfassade scheint, aber genug Licht vorhanden ist, um Farben und Texturen sichtbar zu machen.
Die Rolle der Wolkendecke
Ein häufiger Mythos ist, dass man nur bei strahlendem Blau fotografieren sollte. In der Praxis ist ein leicht bewölkter Himmel oft der bessere Begleiter. Wolken wirken wie ein riesiger Softbox-Filter. Sie streuen das Licht und eliminieren harte Schatten. Die Farben der Fassade und des Grüns kommen dabei natürlicher zur Geltung, ohne dass extreme Helligkeitsunterschiede entstehen.
Wenn Sie ein Objekt besichtigen und der Himmel ist grau, aber nicht stürmisch, ist das oft der ideale Moment für die Außenaufnahme. Achten Sie lediglich darauf, dass keine großen, dunklen Regenwolken drohen, die den Himmel zu düster machen könnten.
Goldene Stunde und blaue Stunde
Die Zeit kurz nach Sonnenaufgang und kurz vor Sonnenuntergang wird in der Fotografie als goldene Stunde bezeichnet. Das Licht fällt in einem flachen Winkel ein und hat eine warme, angenehme Farbtemperatur. Für Wohnimmobilien mit Gärten oder Terrassen ist diese Zeit besonders vorteilhaft, da das Licht die Architektur modelliert, ohne zu blenden.
Bei der blauen Stunde, also kurz nach dem Untergang, können Sie die künstliche Beleuchtung des Hauses (Fensterlicht, Gartenbeleuchtung) mit dem verbleibenden Tageslicht kombinieren. Dies erzeugt eine einladende Atmosphäre, die Emotionen anspricht. Allerdings erfordert dieser Zeitpunkt etwas mehr Geduld, da das Licht schnell verschwindet.
Perspektive und Horizontlinie
Unabhängig vom Licht muss die Perspektive stimmen. Fotografieren Sie die Fassade immer senkrecht zur Gebäudeachse. Schräge Ansichten lassen Häuser kleiner und verzerrt wirken. Halten Sie das Smartphone waagerecht, sodass der Horizont parallel zum Boden verläuft. Kleine Korrekturen in der Nachbearbeitung sind möglich, aber eine saubere Grundperspektive spart Zeit und wirkt authentischer.
Nehmen Sie mindestens drei verschiedene Distanzen auf: eine Gesamtansicht, eine mittlere Ansicht mit Fokus auf Eingang und Fenster sowie eine Detailaufnahme von besonderen Merkmalen wie einer hochwertigen Haustür oder Fassadengestaltung.
Praktische Checkliste für die Außenaufnahme
Bevor Sie die Kamera starten, prüfen Sie folgende Punkte:
- Sonnenstand: Wo steht die Sonne? Vermeiden Sie direkte Einstrahlung auf die Hauptseite.
- Himmel: Ist er klar, wolkenverhangen oder gemischt? Bedeckt ist meist besser als klar bei Mittagssonne.
- Aufräumen: Sind Mülltonnen, Fahrräder oder Baustellenmaterial im Bildausschnitt? Bitten Sie den Eigentümer kurz, Störquellen zu entfernen.
- Linse: Wischen Sie die Smartphone-Linse sauber ab. Fingerabdrücke ruinieren die Schärfe und erzeugen unschöne Lichtreflexe.
Indem Sie diese wenigen Faktoren berücksichtigen, schaffen Sie eine visuelle Basis, die auch bei der späteren Bearbeitung gut funktioniert. Gute Rohdaten sind die halbe Miete für ein professionelles Exposé.
Häufige Fragen
- Sollte ich Immobilienfotos lieber bei Sonne oder bei Bewölkung machen?
- Leichte Bewölkung ist meist ideal, da sie harte Schatten verhindert und das Licht weich streut. Direkte Mittagssonne führt oft zu Überbelichtung und starken Kontrasten.
- Zu welcher Tageszeit sind Aufnahmen von außen am besten?
- Die goldene Stunde kurz nach Sonnenaufgang oder vor Sonnenuntergang bietet warmes, weiches Licht. Auch die blaue Stunde eignet sich gut, um Innenbeleuchtung einzubeziehen.
- Was tun, wenn der Himmel komplett schwarz und stürmisch ist?
- In diesem Fall warten Sie auf eine Lücke oder akzeptieren Sie das diffuse Licht, solange es nicht zu dunkel ist. Versuchen Sie nicht, mit extremer Belichtung gegen das Wetter anzukämpfen, sondern fokussieren Sie auf die klare Struktur des Gebäudes.
- Wie vermeide ich verzerrte Perspektiven bei der Fassade?
- Halten Sie das Smartphone waagerecht und stellen Sie sich genau gegenüber der Mitte der Fassade auf. Fotografieren Sie senkrecht zur Wand, um parallele Linien gerade zu halten.
Objektfotos in Minuten statt Stunden
Zuschneiden, aufhellen, VERKAUFT-Banner, Logo und virtuelles Home-Staging – kostenlos im Browser.
Kostenlos starten