Ratgeber
Virtuelles Home-Staging für Objektfotos
Virtuelles Home-Staging bedeutet, einen leeren Raum digital zu möblieren, statt echte Möbel aufzustellen. Das Foto zeigt weiterhin exakt denselben Raum – Maße, Fenster, Heizkörper und Perspektive bleiben unverändert, nur die Einrichtung ist eingefügt. Im Exposé muss das Bild als virtuell möbliert gekennzeichnet werden.
Wann sich virtuelles Home-Staging lohnt
Leere Räume wirken auf Fotos kleiner und kälter, als sie sind. Interessent:innen können Proportionen schlecht einschätzen und überspringen das Objekt in der Galerie.
- Leerstehende Wohnungen und Häuser vor dem Verkauf oder der Neuvermietung
- Räume mit ungewöhnlichem Zuschnitt, bei denen Möblierung die Nutzung erklärt
- Neubau und Rohzustand, bei dem noch nichts eingerichtet ist
- Nicht sinnvoll: bewohnte, gut eingerichtete Räume – dort reicht Aufräumen und Licht
Kennzeichnung: was rechtlich sauber ist
Virtuell möblierte Bilder dürfen keinen falschen Eindruck vom Zustand der Immobilie erwecken. Übliche Praxis ist ein deutlich sichtbarer Hinweis am Bild oder in der Bildunterschrift, zum Beispiel „virtuell möbliert – Möbel nicht im Kaufpreis enthalten“.
Nicht zulässig ist, mit der Möblierung Mängel zu verdecken, Räume größer wirken zu lassen oder Bauzustände zu zeigen, die es nicht gibt. Wenn du unsicher bist, kläre die Formulierung mit deiner Rechtsberatung.
Worauf es beim Ergebnis ankommt
Ein gutes Staging fällt nicht auf. Der Raum muss identisch bleiben: gleiche Fenster, gleiche Türen, gleiche Steckdosen, gleicher Blick nach draußen, gleiche Perspektive und Lichtrichtung.
Weniger ist mehr. Ein Sofa, ein Teppich, ein Tisch, etwas Grün – überladene Räume wirken unglaubwürdig und lenken vom Grundriss ab.
So entsteht ein möbliertes Bild
Jeder Schritt beantwortet eine konkrete Frage. Danach folgen die Fragen, die uns Makler:innen am häufigsten dazu stellen.
- 1
Foto des leeren Raums auswählen: Welches Foto eignet sich für virtuelles Home-Staging?
Kurz: Ein helles Foto aus der Raumecke mit geradem Blick und wenig Verzerrung.
Am besten aus der Raumecke fotografiert, mit möglichst geradem Blick und ohne starke Verzerrung.
- 2
Raumtyp festlegen: Warum muss ich den Raumtyp angeben?
Kurz: Weil Wohnzimmer, Schlafzimmer, Küche oder Büro völlig unterschiedliche Möbel brauchen.
Wohnzimmer, Schlafzimmer, Küche, Kinderzimmer oder Büro – davon hängt ab, welche Möbel sinnvoll sind.
- 3
Zielgruppe und Elemente wählen: Wie passe ich die Möblierung an die Zielgruppe an?
Kurz: Zielgruppe – etwa Familie, Paar oder Homeoffice – und gewünschte Möbelstücke angeben, unerwünschte ausschließen.
Für wen wird eingerichtet, welche Möbelstücke sollen hinein – und was ausdrücklich nicht.
- 4
Stil, Farben und Preisniveau wählen: Welcher Stil und welches Preisniveau passen zum Objekt?
Kurz: Stil, Farbwelt und eine von fünf Preisstufen von einfach bis Luxus passend zum Angebotspreis wählen.
Von einfach bis Luxus in fünf Stufen, damit die Einrichtung zum Objekt und zum Angebotspreis passt.
- 5
Ergebnis prüfen: Woran erkenne ich ein glaubwürdiges Staging?
Kurz: Fenster, Türen, Heizkörper, Steckdosen und Bodenverlauf sind identisch mit dem Original.
Fenster, Heizkörper, Steckdosen und Bodenverlauf mit dem Original vergleichen. Passt etwas nicht, Einstellungen anpassen und erneut rechnen lassen.
- 6
Kennzeichnen und veröffentlichen: Wie kennzeichne ich virtuell möblierte Fotos?
Kurz: Mit einem sichtbaren Hinweis wie „virtuell möbliert – Möbel nicht im Kaufpreis enthalten“ am Bild oder in der Bildunterschrift.
Hinweis auf die virtuelle Möblierung ins Exposé setzen und das Bild ins Objekt-Projekt legen.
Häufige Fragen dazu
- Was kostet virtuelles Home-Staging?
- Klassische Dienstleister rechnen pro Bild ab und liefern nach ein bis zwei Tagen. In Bonjour Immo ist die Funktion derzeit im kostenlosen Zugang enthalten und das Ergebnis liegt nach kurzer Wartezeit vor.
- Muss ich virtuell möblierte Fotos kennzeichnen?
- Ja. Der Hinweis gehört gut sichtbar ans Bild oder in die Bildunterschrift, damit niemand die Möbel für Bestandteil des Angebots hält.
- Verändert das Staging den Raum?
- Nein. Die Vorgabe an die Bildberechnung ist ausdrücklich, Proportionen, Perspektive, Fenster, Türen, Heizkörper, Steckdosen und den Ausblick unverändert zu lassen.
- Ist virtuelles Home-Staging dasselbe wie virtuelle Renovierung?
- Nein. Beim Staging kommen Möbel in den Raum. Bei der virtuellen Renovierung bleibt der Raum leer, aber Oberflächen wie Wände, Böden oder Fenster werden aufgefrischt.
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